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Sur-Ron Storm Bee im Test: 130 kg Elektro-Enduro mit 104 Volt und 5,72 kWh

22. August 2026 3 Min. Lesezeit 618 Wörter

Sur-Ron Storm Bee im Test: 130 kg Elektro-Enduro mit 104 Volt und 5,72 kWh

Die Sur-Ron Storm Bee ist der Punkt, an dem Sur-Ron aufhört, leichte E-Cross-Bikes zu bauen, und ein vollwertiges Elektro-Enduro daraus macht. Wassergekühlt, 104 Volt Systemspannung, 5,72 kWh Akkukapazität und 130 kg Lebendgewicht: Das ist eine andere Fahrzeugklasse als alles darunter im Programm.

Wassergekühlt – und warum das der eigentliche Unterschied ist

Alle kleineren Modelle sind luftgekühlt. Das funktioniert gut, solange Belastungsphasen sich mit Erholungsphasen abwechseln. Auf einer langen, schnellen Strecke oder bei Dauerlast am Berg steigt die Temperatur jedoch so weit, dass die Elektronik die Leistung reduziert – das bekannte Nachlassen nach 20 Minuten harter Fahrt.

Die Wasserkühlung der Storm Bee löst genau dieses Problem. Sie hält die Leistung über die gesamte Akkuladung konstant. Für Fahrer, die tatsächlich Rennstrecken- oder Enduro-Distanzen fahren, ist das kein Komfortmerkmal, sondern die Voraussetzung.

Fahrleistung: 110 km/h und 1,9 Sekunden

22,5 kW Spitzenleistung, 110 km/h Höchstgeschwindigkeit und 0–50 km/h in 1,9 Sekunden. Bemerkenswert ist dabei, dass die Storm Bee auf dem Papier weniger Spitzenleistung hat als die Ultra Bee mit 24,5 kW und trotzdem die höhere Endgeschwindigkeit erreicht.

Warum die Ultra Bee schneller beschleunigt

Der Grund ist das Gewicht: 88,5 kg gegen 130 kg. Die Ultra Bee sprintet in 1,1 Sekunden auf 50 km/h, die Storm Bee braucht 1,9 Sekunden. Oberhalb von 80 km/h dreht sich das Bild, weil dort Aerodynamik und Dauerleistung zählen – und dort spielt die Wasserkühlung ihre Stärke aus.

Reichweite: 120 km bei 50 km/h

5,72 kWh sind die größte Kapazität im Sur-Ron-Programm. Die Werksangabe von 120 km bezieht sich auf 50 km/h Konstantfahrt und damit auf ein höheres Referenztempo als bei den kleineren Modellen, die bei 40 km/h gemessen werden. Der Wert ist also belastbarer, als der reine Zahlenvergleich vermuten lässt.

Im harten Geländeeinsatz bleiben 50 bis 70 km. Das reicht für eine ausgewachsene Enduro-Runde ohne Ladepause – etwas, das kein kleineres Modell leistet.

130 Kilogramm: die Konsequenz

Das Gewicht ist der Preis für Kühlung, Akku und Fahrwerk. Es hat konkrete Folgen: Die Storm Bee lässt sich nicht mehr eben mal zu zweit in einen Kombi heben, sie verzeiht Fahrfehler im engen Gelände schlechter, und ein Sturz am Hang bedeutet echte Arbeit.

Dafür liegt sie bei Tempo satt und ruhig, wo leichtere Bikes nervös werden. Wer aus dem Verbrenner-Enduro-Bereich kommt, findet hier zum ersten Mal ein elektrisches Bike, das sich vertraut anfühlt.

Zulassung

Die Storm Bee ist ein Offroad-Fahrzeug. Eine Straßenversion ist nur als L3e-Aufbau beziehungsweise über eine Einzelabnahme darstellbar – das ist möglich, aber mit Aufwand und Kosten verbunden und sollte vor dem Kauf geklärt werden. Grundlagen dazu stehen im Zulassungsleitfaden.

Was der Umstieg vom Verbrenner bedeutet

Die Storm Bee ist das Sur-Ron, das am ehesten für Umsteiger aus dem klassischen Enduro-Sport gedacht ist – und genau dort entstehen die typischen Missverständnisse.

Es gibt keine Kupplung und keine Gänge. Was auf dem Verbrenner über Schlupf und Gangwahl dosiert wird, läuft hier ausschließlich über das Handgelenk. Techniken wie das Anlupfen des Vorderrads am Kupplungspunkt funktionieren nicht mehr; an ihre Stelle tritt ein sehr direkter Gasstoß, den man neu einüben muss.

Dafür entfällt das Abwürgen am Steilhang vollständig. Wer schon einmal an einer Stufe stand und den Motor verloren hat, weiß, welchen Unterschied das im Gelände macht. Der Elektroantrieb nimmt dem Fahren an dieser Stelle einen erheblichen Teil des Stresses.

Fazit: für Fahrer, die aus den kleinen Modellen herausgewachsen sind

Die Storm Bee ist kein Einsteigerbike und will es nicht sein. Sie richtet sich an erfahrene Fahrer mit Enduro-Hintergrund, die konstante Leistung über eine volle Fahrzeit brauchen und bereit sind, dafür Gewicht und Preis zu akzeptieren.

Wer diese Anforderungen nicht hat, fährt mit der Ultra Bee leichter, günstiger und im engen Gelände schlicht besser. Details zur Storm Bee stehen auf der Produktseite, alle Modelle im Sur-Ron-Überblick.

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